AStA lädt AfD und NPD zur Podiumsdiskussion ein

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Was ist bloß an dieser Universität los?

Wir haben an der Universität Greifswald ja schon einiges erlebt, wenn es um Rassismus, Homophobie und Fremdenfeindlichkeit geht. Sei es nun eine Unileitung, die Antifaschismus vor allem lästig findet und Weltoffenheit und Internationalität nur dann mit Worthülsen verkündet, wenn es gute Presse gibt oder man für irgendwelche Drittmittel-Projekte Quoten erfüllen muss. Oder gewalttätige immatrikulierte Neonazi-Kader, die Antifaschistinnen angreifen und bedrohen. Oder rechtsaußen Jura-Professsoren, die Neonazis an der Uni promovieren und für die rassistische AfD als Landtagskandidat fungieren. Oder eine Hochschulleitung, die alle rechtlichen Hebel in Bewegung setzt,  damit die Studierendenschaft Greifswald keine antifaschistische Aktionen gegen Nazi-Aufmärsche organisiert. Oder eine Uni, die immer noch den Namen trägt, den sie von Hermann Göring 1933 erhielt, weil er ja ein Ausdruck einer gewachsenen Tradition ist (sic!) . Oder, Oder, Oder…

Wir neigen manchmal dazu diesem Status quo aus Heuchelei und Verlogenheit nicht oft genug zu widersprechen, aber die neuste „Errungenschaft“ hier an der Uni ist dermaßen absurd und widerlich, dass wir uns dazu entschlossen haben, ihn der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen:

Es ist üblich, dass der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) zur Landtagswahl in MV eine Podiumsdiskussion mit den Direktkandidatinnen des Greifswalder Wahlkreises zu veranstalten. Dabei wurde in der Vergangenheit auf die, seit 2006 im Landtag vertretene, NPD verzichtet. Der aktuelle AStA sieht das allerdings anders. Denn für die diesjährige Podiumsdiskussion möchte man nicht nur die rassistische AfD in die Uni holen, sondern ebenso auch den Spitzenkandidaten der NPD, also den wegen Volksverhetzung verurteilten Fraktionsvorsitzenden Udo Pastörs. Wir konnten die Info erst nicht glauben, haben dann aber die originale E-Mail Einladung gelesen.

Die Mail ist von der aktuellen AStA-Vorsitzenden, FDP-Mitglied und als stellvertretende Senatsvorsitzende mit  entsprechendem Rückhalt beim Senatsvorstand und der Hochschulleitung an der Uni aktiv. Der Schulterschluss von AfD und NPD ist auch in MV offenkundige Realität, die Mvgida- und AfD-Demonstrationen im Land sprechen eine eindeutige Sprache. Dass jetzt aber ein FDP-Mitglied aktiv daran mitwirkt, den Rassisten eine Bühne in der Universität Greifswald zu bieten, ist eine politische Konstellation, die wir auch in MV nicht für möglich gehalten haben.

Wir sind schon lange der Meinung, dass gerade die Universität Greifswald eine übergeordnete Verantwortung für die politische Entwicklung der Region (mit Blick auf die NPD-Wahlkreisergebnisse der letzten Landtagswahl) hat.

Die aktuelle Unileitung möchte von dieser Verantwortung nichts wissen und betrachtet die Uni als einen akademischen Elfenbeinturm, der völlig losgelöst von der gesellschaftlichen Entwicklung vor sich hin forschen soll. Diese Ignoranz und Arroganz Antifaschistinnen gegenüber, macht sie blind für Rassismus in den eigenen vier Wänden. Dass sich solch ein Verhalten auch auf die Positionierung und das Agieren der Studierendenschaft auswirkt, war abzusehen, dass es aber gleich so knüppeldick kommt, hätten wir nicht gedacht.

Vor einiger Zeit wurden wir hier bei Facebook angeschrieben und von jungen Abiturientinnen gefragt, ob ein Studium an der Uni Greifswald auch für Menschen mit einer antifaschistischen Grundeinstellung möglich sei. In letzter Konsequenz können wir diese Frage für niemanden beantworten. Wir wissen aber, dass auch an der Uni Greifswald viele engagierte Menschen aktiv sind, die diesen Status quo nicht akzeptieren und gegen ihn ankämpfen. All jenen Disteln im Beton wünschen wir gerade jetzt noch mehr Kraft und auch Mut, um diesen Kampf fortzuführen. Diese Menschen können wir supporten, indem wir die Zustände an der Uni öffentlich machen und somit Druck auf die Verantwortlichen ausüben.

Vom Studierendenparlament erwarten wir jetzt klare Kante und endlich das Einstehen für eine antifaschistische Grundhaltung, die nicht verhandelbar ist.

Wir rufen alle Studierenden auf, die hochschulöffentliche Sitzung des Studierendenparlaments, heute Abend um 20.15 Uhr im Hörsaal der Wirtschaftswissenschaften in der Friedrich-Loeffler-Straße 70, kritisch zu begleiten.

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